Pressemitteilung Galgomarsch Saarbrücken 2027: Gemeinsam gegen das Leid spanischer Jagdhunde Friedlicher Protest am 30. Januar 2027 auf dem Landwehrplatz – Galgos, Podencos und andere Jagdhunde brauchen einen wirksamen und lückenlosen Schutz Saarbrücken, [Datum der Veröffentlichung] – Am Samstag, 30. Januar 2027, findet in Saarbrücken erneut ein Galgomarsch statt. Treffpunkt ist um 11 Uhr auf dem Landwehrplatz. Menschen mit und ohne Hund sind eingeladen, gemeinsam ein friedliches, würdevolles und weithin sichtbares Zeichen gegen die Misshandlung, Vernachlässigung und das Aussetzen von Galgos, Podencos und anderen spanischen Jagdhunden zu setzen. Galgomärsche finden in zahlreichen europäischen Städten rund um den „Día del Galgo“ am 1. Februar statt. Der Termin steht symbolisch für das Ende beziehungsweise den Ausklang der Jagdsaison in vielen spanischen Regionen. Gerade in dieser Zeit berichten Tierschutzorganisationen von besonders vielen Jagdhunden, die abgegeben, ausgesetzt oder in Auffangstationen gebracht werden, weil sie als zu langsam, zu alt, verletzt oder für die nächste Saison nicht mehr geeignet gelten. Warum gibt es Galgomärsche? Der Galgomarsch soll den Hunden eine Stimme geben, deren Schicksal außerhalb Spaniens noch immer vielen Menschen unbekannt ist. Galgos werden vor allem zur Hasenjagd eingesetzt, Podencos und andere Rassen bei weiteren Formen der Jagd. Tierschutzorganisationen dokumentieren regelmäßig Hunde, die unterernährt, verletzt, nicht gekennzeichnet oder stark verängstigt aufgefunden werden. Manche Tiere werden auf Straßen, Feldern oder in abgelegenen Gebieten zurückgelassen. Andere landen in kommunalen Tötungsstationen oder bei privaten Tierschutzvereinen, die häufig bis an ihre Belastungsgrenze arbeiten. Die spanische Organisation Galgos del Sur berichtete beispielsweise, allein im Jahr 2024 insgesamt 274 Jagdhunde aufgenommen zu haben – darunter 199 Galgos und 45 Podencos. 21 Tiere seien im Rahmen behördlicher Maßnahmen aus besonders schlechten Haltungsbedingungen beschlagnahmt worden. Diese Zahlen bilden lediglich die Arbeit eines einzelnen Vereins ab und zeigen dennoch, mit welchen Dimensionen die Helfer vor Ort konfrontiert sind. Über das landesweite Ausmaß gibt es keine vollständige und einheitliche amtliche Galgo-Statistik. Tierschutzorganisationen und Abgeordnete des Europäischen Parlaments nennen seit Jahren Schätzungen von rund 50.000 ausgesetzten oder getöteten Jagdhunden pro Jahr. Diese Größenordnung ist keine abschließend bestätigte amtliche Zahl und wird von Jagdverbänden bestritten. Unbestritten ist jedoch, dass das Aussetzen und die unzureichende Versorgung von Hunden in Spanien ein strukturelles Problem darstellen. Eine Untersuchung der Fundación Affinity ergab, dass spanische Tierheime und Tierschutzorganisationen im Jahr 2023 insgesamt 170.712 Hunde aufgenommen haben. Darunter befinden sich sowohl ausgesetzte als auch entlaufene Tiere. Spaniens Tierschutzgesetz lässt Jagdhunde außen vor Spanien verabschiedete 2023 mit dem Gesetz 7/2023 ein neues nationales Tierschutzgesetz. Es enthält unter anderem Vorschriften zur verantwortungsvollen Tierhaltung und zur Bekämpfung von Misshandlung und Aussetzen. Ausgerechnet Jagdhunde, Meuten und weitere bei der Jagd eingesetzte Tiere wurden jedoch ausdrücklich vom Anwendungsbereich dieses Gesetzes ausgenommen. Für sie gelten weiterhin andere staatliche, strafrechtliche und regionale Vorschriften. Damit sind Galgos und Podencos nicht vollkommen rechtlos: Das spanische Strafrecht erfasst seit einer Reform im Jahr 2023 grundsätzlich die Misshandlung von Wirbeltieren. Zudem bestehen in den autonomen Regionen unterschiedliche Tierschutzbestimmungen. Das Problem ist jedoch die Zersplitterung des Schutzes. Je nach Region, Haltungsform und Verwendungszweck gelten unterschiedliche Anforderungen und Kontrollmöglichkeiten. Die Ausnahme im nationalen Tierschutzgesetz vermittelt darüber hinaus den Eindruck, der Schutz eines Hundes könne davon abhängen, ob er als Familienhund oder als Jagdwerkzeug gehalten wird. „Ein Hund empfindet Angst, Schmerzen und Hunger unabhängig davon, welchem Zweck ihn ein Mensch zugeordnet hat. Es darf keinen Tierschutz erster und zweiter Klasse geben. Galgos, Podencos und andere Jagdhunde brauchen denselben Schutz wie jeder andere Hund auch“, erklärt das Organisationsteam des Galgomarschs Saarbrücken. Was unternimmt die Europäische Union? Auf europäischer Ebene gibt es inzwischen einen wichtigen Fortschritt. Die Europäische Union hat 2026 erstmals gemeinsame Vorschriften zum Wohlergehen und zur Rückverfolgbarkeit von Hunden und Katzen formal beschlossen. Vorgesehen sind unter anderem Mindestanforderungen für Zuchtbetriebe, Verkaufsstellen, Tierheime und Pflegestellen sowie strengere Vorgaben für Onlineanzeigen und den grenzüberschreitenden Handel. Hunde und Katzen sollen schrittweise eindeutig gekennzeichnet und in miteinander verknüpften nationalen Datenbanken registriert werden. Die europäische Regelung unterscheidet bei der Rückverfolgbarkeit grundsätzlich nicht zwischen Familien-, Arbeits- und Jagdhunden. Das ist besonders wichtig, weil eine konsequente Kennzeichnung und Registrierung nachvollziehbar machen kann, wer für einen ausgesetzten, weitergegebenen oder getöteten Hund verantwortlich war. Die Pflichten werden allerdings erst nach unterschiedlichen Übergangsfristen vollständig wirksam. Zudem konzentrieren sich viele der konkreten Haltungsanforderungen auf gewerbliche oder organisierte Einrichtungen. Die private Haltung zahlreicher Jagdhunde und die tatsächlichen Kontrollen vor Ort bleiben deshalb weiterhin in hohem Maße Aufgabe Spaniens und seiner autonomen Regionen. Der europäische Beschluss ist somit ein wichtiger Anfang, aber noch keine vollständige Lösung. Gesetze schützen Tiere nur dann, wenn sie lückenlos gelten, konsequent kontrolliert und Verstöße tatsächlich verfolgt werden. Forderungen des Galgomarschs Saarbrücken Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Galgomarschs fordern: die vollständige Einbeziehung von Jagdhunden in das spanische Tierschutzrecht, eine verpflichtende und manipulationssichere Kennzeichnung und Registrierung aller Hunde sowie aller Halterwechsel, regelmäßige und unangekündigte Kontrollen von Zucht- und Haltungsanlagen, wirksame Sanktionen bei Misshandlung, Vernachlässigung, illegaler Tötung und Aussetzen, eine bessere personelle und finanzielle Ausstattung von Polizei, Justiz, Tierheimen und Tierschutzorganisationen, verbindliche europäische Mindeststandards ohne Ausnahmen aufgrund der Nutzung eines Tieres. Teilnahme am Galgomarsch Der Galgomarsch Saarbrücken ist eine friedliche und parteiunabhängige Tierschutzveranstaltung. Willkommen sind Einzelpersonen, Familien, Tierschutzvereine sowie Menschen mit und ohne Hund. Teilnehmende Hunde sollten aufgrund der zu erwartenden Menschenmenge sicher geführt werden. Bei ängstlichen oder besonders schreckhaften Hunden wird eine doppelte Sicherung empfohlen. Termin: Samstag, 30. Januar 2027 Beginn: 11 Uhr Treffpunkt: Landwehrplatz, Saarbrücken Veranstalter: Galgomarsch Saarbrücken Organisationsteam: Eva Haag, Petra Bernd, Ralf Nagel und Martin Gabriel Weitere Informationen: Website des Galgomarschs Saarbrücken. Pressekontakt Martin Gabriel Öffentlichkeitsarbeit Galgomarsch Saarbrücken E-Mail: martin@galgomarsch-saarbruecken.de Telefon: 0151 643 123 56 Website: https://galgomarsch-saarbruecken.de/ Facebook-Gruppe: https://www.facebook.com/groups/5882911038451045 Bild- und Logomaterial: Freigegebene Dateien stehen im Promo- und Pressebereich der Website zum Download bereit. Bitte bei einer Veröffentlichung die dort genannten Urheber- und Nutzungshinweise beachten. Stand: 6. August 2026